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Newsletter s'Waldblättle Nr. 6/2022

Winterlandschaft Göppingen

Überraschend. INFORMATIV. 

 
"Die Menschen müssen in der Weisheit so viel als möglich nicht aus Büchern unterwiesen werden, sondern aus dem Himmel, der Erde, den Eichen und Buchen."
(Johann Amos Comenius, 1592 – 1670)
 
Liebe Waldfreundinnen und Waldfreunde,
 
2022 war und ist die Buche der Baum des Jahres. Durch verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel die Wanderausstellung "Lebensraum Buche" und Führungen in Betrieben, welche Buche verarbeiten, hat unser Forstamt auf die "Mutter des Waldes", wie die Buche von Förstern genannt wird, aufmerksam gemacht und das Interesse am Wald geweckt.
 
Alle Themen dieser Ausgabe auf einen Blick:
  • Revierleiter Wolfgang Mangold stellt sein Revier "Böhmenkirch" vor
  • Bericht über die Führung durch die Schreinerei Moldaschl
  • Notfall im Wald  -  Wo? Zweite Fichte rechts??
  • Neues aus dem Holzverkauf
  • Forstliche Begriffe kurz erklärt:  "A wie Auszeichnen"
  • Waldumbau und Jagd
Das Forstamtteam wünscht Ihnen eine besinnliche, ruhige Winterzeit, Gesundheit und einen guten Start in das neue Jahr 2023!
 
 

Revierleiter Wolfgang Mangold stellt sein Revier "Böhmenkirch" vor

Revierleiter Mangold mit seinem Hund Toni

Revierleiter Wolfgang Mangold mit seinem Hund Toni
Bildquelle: Forstamt, Wolfgang Mangold

Revierleiter Wolfgang Mangold stellt sein Revier "Böhmenkirch" vor

Abseits der wirtschaftlich und kulturellen Zentren, im äußersten Osten unseres Landkreises gelegen, findet man das Forstrevier Böhmenkirch. Die Gemarkungsflächen der Kommunen Böhmenkirch und Lauterstein gehen darin auf.

Nicht nur die Abgelegenheit, auch der hohe Fichtenanteil rund um Böhmenkirch macht das Revier zu etwas Besonderem. So spielen die wirtschaftlichen Erträge des Gemeindewaldes Böhmenkirch für die Kommune eine nicht unerhebliche Rolle. Gleichzeitig stellen diese Wälder unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels eine besondere Herausforderung dar. Gilt es doch diese Reinbestände in artenreiche Mischwälder zu überführen, die auch in Zukunft noch alle für uns so wichtigen Funktionen erfüllen können.

Die abgeschiedene Lage macht die Landschaft rund um die Heidhöfe für die Erholung sehr interessant, findet man hier doch noch die Ruhe, die in den dichtbesiedelten Tallagen die Ausnahme darstellt. Auch wird der Winter auf dem rauen Albuch seinem Namen noch gerecht. Wenn im Tal schon die ersten Blumen blühen herrscht in Böhmenkirch meist noch tiefster Winter und lädt zum Skifahren oder Langlaufen ein.

Herrliche Ausblicke bieten sich aus den Kammlagen der Lautersteiner Wälder. In Kombination lassen sich hier spielend 1000 Höhenmeter am Tage erwandern, wenn man von den „Gipfeln“ oberhalb des Weißensteiner Schlosses zum Heldenberg, dann zum Kreuzberg und abschließend zur Lützelalb wandert. Die Hänge sind durch Laubbäume, allen voran der Buche, bestockt, welche in den Steillagen des Albtraufs zuhause sind. Die Bewirtschaftung stellt Mensch und Maschine vor besondere Herausforderungen, was die Nutzung auf wenig Fläche reduziert. So werden viele Wälder in Lauterstein der Natur überlassen. Kombiniert mit den angrenzenden Heideflächen ergibt dies ein interessantes Mosaik naturschutzwichtiger Flächen.

Auffallend aktiv sind die Böhmenkircher Privatwaldbesitzer. Deren Engagement spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen der Forstbetriebsgemeinschaft Göppingen wider, in der diese die größte Ortsgruppe darstellen. Die Böhmenkircher Waldbesitzer sind darüber hinaus ein zuverlässiger Lieferant von Holz für die regionale Sägeindustrie. Der Wald und dessen Erhalt liegt den Böhmenkirchern sehr am Herzen. Umfangreiche Aufforstungen mit klimastabilen Laubbäumen haben das Landschaftsbild in den letzten Jahren sichtbar verändert. Die Abkehr von reinen Fichtenbeständen hin zu vielfältigen Wäldern wertet diese Gegend nicht nur optisch auf, sie ist auch der Grundstein, damit zukünftige Generationen von und vor allem noch mit dem Wald leben können.

 

 

Führung durch die Schreinerei Moldaschl in Göppingen
"Wie wird aus Buchenholz eine kreative und individuelle Inneneinrichtung?"

Werkshalle mit Säge

Werkshalle Moldaschl
Bildquelle: Fa. Moldaschl

Im Rahmen der traditionsreichen Veranstaltungsreihe „Sommer der VerFührungen“ lud das Forstamt Göppingen Interessierte zur Werksführung durch die Göppinger Schreinerei Moldaschl GmbH & Co. KG am 11. November 2022 ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Buche, welche im Jahr 2022 von der Dr. Silvius Wodarz-Stiftung zum berühmten „Baum des Jahres“ gewählt wurde. Im Landkreis Göppingen ist diese mit einem Bärenanteil von über 40% vertreten. Juniorchef Heiko Moldaschl, die Assistenz der Geschäftsleitung Melissa Moldaschl sowie Schreinermeister Tobias Hickl führten die Teilnehmenden durch den Betrieb. Begleitet wurde die Gruppe von Silke Aminger vom Forstamt und Jonas Meier, Leiter der Holzverkaufsstelle des Landkreises Göppingen. Die Belegschaft der Firma Moldaschl erklärte den Teilnehmenden im Laufe der rund zweistündigen Führung auf eindrucksvolle Art und Weise die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten des Rohstoffes Holz. Von der vollautomatisierten CNC-Bearbeitung, über den Bau kundenindividueller Einzelstücke bis hin zur klassischen Massivholzanfertigung war für Jung und Alt etwas dabei.

Abgerundet wurde die Führung mit einem reichhaltigen Verköstigungsangebot im hauseigenen Ausstellungsraum. Hier nutzten die 22 Teilnehmenden neben der Begutachtung der zahlreichen Ausstellungsstücke die Möglichkeit, mit den Mitarbeitern der Firma Moldaschl sowie mit Jonas Meier ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen rund ums Thema Holz und Holzbearbeitung zu stellen. Das Forstamt Göppingen bedankt sich herzlich bei der Fa. Moldaschl für die spannende Führung!

 

Weitere Infos zur Schreinerei Moldaschl

Über Veranstaltungen und Fortbildungen werden wir Sie auch im neuen Jahr informieren.
 
Ausstellungsküche
Bildquelle: Forstamt Göppingen, S. Aminger

Moderne Küche im Showroom

 

Notfall im Wald    -    Wo? Zweite Fichte rechts???

Handydisplay mit der Hilfe-im-Wald-App

Startseite Hilfe-im-Wald App
Bildquelle: Intend Geoinformatik

Ob bei der abendlichen Mountainbike-Runde, beim Aufarbeiten von Brennholz oder beim winterlichen Spaziergang, es kann zu Unfällen in unwegsamen Gelände kommen.

Bei Notfällen im Wald ist es oftmals schwierig, dass eine verletzte Person ohne großen Zeitverlust und aufwändige Suche durch den Rettungsdienst aufgefunden wird. Aus diesem Grund wurde bereits vor Jahrzehnten das System der forstlichen Rettungspunkte entwickelt.

Bei den Rettungspunkten handelt es sich um definierte Punkte im Wald, die den Rettungsleitstellen bekannt sind. Im Notfall ermöglichen diese Treffpunkte ein schnelles Zusammentreffen des Rettungsdienstes und ein zielgerichtetes Auffinden von verletzten Personen. An diesen Punkten besteht Handyempfang.

Sehr hilfreich ist die App „Hilfe im Wald“, ein Service der Intend Geoinformatik. Diese kostenlose App zeigt mittels GPS des Smartphones den eigenen Standort und den nächstgelegenen Rettungspunkt an. Die App kann in den gängigen App-Stores heruntergeladen werden.

Nutzen Sie doch diese Möglichkeit und schauen sich bei der nächsten Wanderung „Ihren“ Rettungspunkt an.

Bild rechts:
App zeigt den Nutzerstandort (blauer Punkt). Durch Antippen der  "Lupe" erscheinen die umliegenden Rettungspunkte (weißes Kreuz auf grünem Grund).
Durch Antippen des "Pfeils" erscheinen Name und Nummer des nächsten Rettungspunktes, der in einem grünen Kreis angezeigt wird. Ebenfalls erscheinen Entfernung und Fahr/-Laufrichtung.
Bildquelle: Forstamt Göppingen, S. Aminger

Displaybild Hilfe-im-Wald-App

 

Neues aus dem Holzverkauf

Abtransport eines Baumstammes aus dem Wald
Abtransport eines Eichenstammes
Bildquelle: Forstamt Göppingen
 
Aktueller Holzmarktbericht der Holzverkaufsstelle (HVS)

Nadelholz:
Nach einer leichten Flaute beim Nadelholzmarkt im Herbst dieses Jahres erholt sich die Nachfrage nach dem begehrten „Brotbaum“ Fichte seit Anfang Dezember vorerst wieder. Bis zum Jahresende 2022 lässt sich über die Holzverkaufsstelle Göppingen Fichtenholz, als Standardlänge aufgearbeitet, für 98 € / Festmeter im B/C - Leitsortiment veräußern. Der Preistrend beim Nadelstammholz im neuen Jahr zeigt sich weiterhin beeinflusst von einer möglichen Wirtschaftsrezession, wird aber gleichzeitig durch einen starken Exportmarkt im nordamerikanischen Wirtschaftsraum angetrieben, seit Hurrikan „Ian“ in großen Teilen Floridas massive Zerstörungen angerichtet hat. Die Prognose für das erste Quartal 2023 ist daher als ausgewogen zu betrachten, möglicherweise können bis zu dreistellige Verkaufspreise erzielt werden. Auch Rotholz lässt sich bis zum Jahresende 2022 mit Ausnahme der Kiefer zu durchaus akzeptablen Preisen im teils dreistelligem Bereich vermarkten.

Laubholz:
Beim Laubholz herrscht derzeit weiterhin ein außergewöhnlich starker Markt. Getrieben durch die extrem hohe Nachfrage nach Brennholz steigen die Preise für Laubstammholz (insbesondere bei Eiche, Buche und Esche) im Direktvergleich zum Vorjahr um bis zu 29%. Bei aller Euphorie muss die Frage gestellt werden, inwiefern Rundholzeinkäufer die Preise an deren Kundschaft und die Sägeindustrie weitergeben können. Kurz- bis mittelfristig kann davon ausgegangen werden, dass sich die Laubholzpreise vorerst auf einem hohen Preisniveau bewegen werden. Langfristig sind Prognosen, auch aufgrund einer allgemein eher unsicheren Wirtschaftslage im deutschen wie auch im globalen Raum, zum aktuellen Zeitpunkt schwer abzuschätzen.

Am 01.03.2023 wird wieder die traditionsreiche 21. Göppinger Wertholzsubmission stattfinden. Auch in diesem Jahr ist die Nachfrage, insbesondere nach Eiche und Esche, hoch und bei einem Verkauf winken gute Gewinne. Falls Sie einen Verdacht auf Wertholz in Ihrem Wald haben, setzen Sie sich bitte zeitnah mit Ihrem zuständigen Revierleiter in Verbindung. Er steht Ihnen bei der Beurteilung des Wertholzes mit Rat und Tat zur Seite und begleitet Sie zudem bei den nächsten Schritten, damit das Holz im Rahmen der Wertholzsubmission veräußert werden kann.

Brennholz:
Die seit Ende des Spätsommers anhaltende Brennholz-Nachfrage hat zu einem kompletten Ausverkauf aller Brennholzsortimente im Landkreis Göppingen geführt. Wir bitten um Verständnis, dass die Holzverkaufsstelle derzeit keine weiteren Brennholz-Bestellungen mehr entgegennehmen kann.

Schon gewusst? -
Das kleine Einmaleins des Holzverkaufs
Das meiste Holz wird im Normalfall in der Einheit Festmeter verkauft. Ein Festmeter entspricht einem Holzwürfel in der Dimension 1x1x1 Meter. Da Holz je nach Dimension, seiner Astigkeit und weiteren Faktoren unterschiedlich gut bearbeitbar ist, unterteilt man es in die Qualitätsstufen A, B, C und D. Holz der Klasse A besitzt dabei die beste Qualität, Holz der Klasse D lässt sich zwar noch schneiden, ist aber z.B. deutlich astiger als Holz der Klasse A. Da Fichtenholz i.d.R. zu Bauholz verarbeitet wird, hat man eine Mischgüte B/C definiert, die beide Güten B und C umfasst. So lässt sich das Holz mit weniger Sortieraufwand einfach verkaufen.
 
Bildquelle: Pixabay

leuchtende Glühbirne

 

Z-Baum, Forsteinrichtung, Totholz - Forstliche Begriffe kurz erklärt

Förster bringt Markierung am Baumstamm an
Auszeichnen eines Baumes mit Farbe durch den Förster
Bildquelle: Tobias Fröhner
 
Der forstliche Arbeitsalltag ist geprägt von forstlichen Fachbegriffen. Was sich hinter dieser zum Teil sehr bildlichen Sprache verbirgt, erklären wir Ihnen in der neuen Rubrik „Forstliche Begriffe – kurz erklärt.“

A wie Auszeichnen:

Hier handelt sich nicht um eine Auszeichnung für besonders hervorragende Leistungen, sondern um eine der Haupttätigkeiten der Forstrevierleitenden.

Als Auszeichnen bezeichnet man die Tätigkeit eines Försters, bei der zu fällende Bäume ausgesucht und markiert werden. Die Entscheidung welcher Baum gefällt wird hängt von vielen Faktoren ab. Die Markierung erfolgt in der Regel mit der Spraydose mit roten Querstrichen. Besonderes wichtige Bäume, die in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten als hochwertiges Holz vielfältig genutzt werden, erhalten meistens vier Punkte und sollen durch das Fällen der anderen Bäume besonders gepflegt werden.

Bäume, die besonders wertvoll im Sinne des Naturschutzes sind, werden mit einer Wellenlinie markiert und dürfen nicht gefällt werden.

 

Waldumbau und Jagd

Rehe im Winterwald
Rehe im Winterwald
Bildquelle: Pixabay
 
Der Herbst und der Winter sind die klassischen Jagdzeiten. An vielen Orten finden Drückjagden statt. Welche Funktion die Jagd beim Waldumbau hat, erfahren Sie in dem Erklärvideo der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg.

 

 

Impressum

Herausgeber:

Landratsamt Göppingen
Forstamt
Friedrichstraße 36
73033 Göppingen

Tel. +49 7161 202-2401
Fax +49 7161 202-2490
E-Mail: forstamt@lkgp.de
www.landkreis-goeppingen.de/wald

Der Landkreis Göppingen ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Vertretungsberechtigt: Landrat Edgar Wolff.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a UStG: DE145469354

Inhaltlich verantwortlich:

Diana Tröger

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