Der Hutewald Donzdorf - Vorzeigeobjekt für den Arten- und Biotopschutz Hutewald Donzdorf-Winzingen © Forstamt Göppingen, M. Schwarz Es gibt einfach Waldflächen, die forstwirtschaftlich uninteressant sind. Werthölzer – Fehlanzeige. Holzzuwachs – gering. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber häufig die verborgenen Schätze, die gerade solche vermeintlich schlechten Waldflächen für uns und viele Tier- und Pflanzenarten bereithalten. So auch im Bereich Donzdorf - ein unauffälliger Kiefernwald im Naturschutzgebiet Heldenberg bei Winzingen auf rund 4 ha Fläche. "Die Kiefer wird hier nie was", war die einhellige Forstmeinung. Groß Geld verdienen mit den eher schlechten Qualitäten ist hier praktisch unmöglich. Der Kiefernbestand liegt umgeben von landschaftlich reizvollen Wacholderheiden, die seit geraumer Zeit von einem örtlichen Schäferbetrieb beweidet werden, um die aufkommenden Gehölze zurückzudrängen. Der offene Charakter der Weiden wird so bewahrt. Warum den Kiefernbestand hier nicht auch nutzen? Gesagt getan. 2010 startete die Stadt Donzdorf gemeinsam mit dem Forstamt die Aktion "Lichter Hutewald". Über die Jahre hinweg wurden immer wieder Teilflächen stark aufgelichtet indem rund 50-60% der Bäume entnommen wurden. Dadurch sind lichte Waldstrukturen entstanden, die für viele Tier- und Pflanzenarten wichtig sind. Auch hier verhindert die regelmäßige Beweidung durch Schafe und Ziegen nachhaltig einen Zuwachsen der Fläche durch aufkommende Gehölze. Mittlerweile ist die Hutewaldfläche auf stattliche 4,3 ha angewachsen und hat sich zu einem Vorzeigeprojekt für den Arten- und Biotopschutz entwickelt. Einige Beispiele gefällig? Die lichten Hutewaldstrukturen bieten Lebensraum für die Zauneidechse und seltene Schmetterlingsarten. Daneben dienen sie als wichtige Biotopvernetzungsstruktur für zahlreiche bedrohte Insektenarten besonnter, offener Standorte wie z.Bsp. der Rotflügeligen Schnarrschrecke oder dem Deutschen Sandlaufkäfer. Die lichtdurchfluteten Waldflächen beherbergen darüber hinaus Pflanzenarten der offenen Magerrasen (z.B. Orchideen) ebenso wie typische Waldpflanzen, beispielsweise die Mandelblättrige Wolfsmilch. Der Hutewald liegt im Naturschutzgebiet Heldenberg bei Winzingen und kann von den angrenzenden Wanderwegen aus gerne begutachtet werden. |